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SEO-Grundlagen 2020: 5 Tipps für eine solide Optimierung

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Ob Anwaltskanzlei, Zahnarzt oder Großkonzern – eine aussagekräftige, gut auffindbare Webseite ist heute für Unternehmen jeder Größe unverzichtbar geworden. Bei der Erstellung dieser werden jedoch häufig wichtige SEO-Grundlagen außer Acht gelassen.

Denn eins ist klar: Nur wenn die Webseite auch von den Suchmaschinen gefunden und idealerweise weit oben auf den Ergebnisseiten gelistet wird, erreicht sie einen möglichst großen Kreis potenzieller Kunden. Anders ausgedrückt: Eine solide SEO-Optimierung Ihrer Webseite von Beginn an sorgt mit hoher Wahrscheinlichkeit für erheblich mehr Webseiten-Besucher als das „ohne“ der Fall wäre.

Suchmaschinen wie Google versuchen mit ausgefeilten Algorithmen, ihren Nutzern für jede Suchanfrage die relevantesten Ergebnisse auszuspielen. Dazu analysieren sie mit Hilfe automatisierter Prüfprogramme (Crawler) regelmäßig das vorhandene Angebot an Webseiten. Jede untersuchte Webseite wird anhand fest vorgegebener Parameter auf Ihre Qualität für die Nutzer hin überprüft.
Genau da kommt die Disziplin der Suchmaschinenoptimierung (SEO) ins Spiel. Sie zielt darauf, die genannten Parameter einer Webseite so zu optimieren, damit sie möglichst weit oben in den Ergebnissen von Suchmaschinen gelistet wird und sie somit mehr Besucher bekommt. Wie Sie eine grundlegende SEO-Optimierung sicherstellen, erklärt Ihnen unser Blog-Artikel anhand von 5 Grundlagen-Tipps.

 

#1: Die Vorbereitungen

Fangen wir mit simplen SEO-Optimierungen an, die vor allem technischer Natur sind. Ein sogenanntes SSL-Zertifikat ist heutzutage ein absolutes Must-have für jede Webseite. Es dient der Datensicherheit und schützt beispielsweise vor unberechtigtem Zugriff auf sensible Kundendaten. Entsprechend wird es von Google als notwendig vorausgesetzt: Ist auf einer Webseite kein SSL-Zertifikat integriert, hat das einen negativen Einfluss auf das Suchmaschinenranking. Auch das Vertrauen der Nutzer wird durch eine fehlende SSL-Verschlüsselung negativ beeinflusst. Denn ihr Einsatz ist heute praktisch eine Selbstverständlichkeit und eine Webseite wird bei ihrem Fehlen vom Browser mit dem Hinweis „Nicht Sicher“ gekennzeichnet.

Eine weitere kleine, aber wichtige Optimierung die oft außer Acht gelassen wird: die XML-Sitemap. Dabei handelt es sich um eine Auflistung aller URLs der Webseite – eine Art Inhaltsverzeichnis, die im XML-Format erstellt wird. Die XML-Sitemap hilft Suchmaschinen dabei, Webseiten schneller und genauer erfassen zu können und wirkt sich somit positiv auf die gewünschte Suchmaschinen-Performance aus: Sie zeigen den Suchmaschinen quasi den Weg und erhöhen so die Wahrscheinlichkeit, erfolgreich und zielführend auf deren Ergebnisseiten gelistet zu werden.

Ein weiterer „Wegweiser“ für die Suchmaschinen: die robots.txt Datei. Hierbei handelt es sich um eine Textdatei, mit deren Hilfe das Absuchen der einzelnen Webseiten-Bestandteile durch die Suchmaschinen-Crawler gesteuert werden kann. So können z. B. einzelne URLs vom Crawling ausgeschlossen werden, sodass sie von der Suchmaschine nicht erfasst und somit auch nicht in den Suchergebnissen ausgespielt werden. Außerdem sollte in der robots.txt Datei ein Verweis auf die XML-Sitemap vorgenommen werden.

 

#2: Inhaltlicher Umfang bzw. Informationstiefe

Wir haben es anfangs bereits kurz erwähnt: Suchmaschinen wie Google versuchen Nutzern immer die relevantesten Ergebnisse für ihre Suchanfragen auszuspielen. Dazu gehört aus Nutzersicht natürlich der Wunsch, auf möglichst informative, qualitätsvolle Webseiten geführt zu werden, die ihr Suchanliegen bestmöglich beantworten.

Deshalb heißt ein wichtiger Grundsatz für die Suchmaschinen-Optimierung: Content is king. Versetzen Sie sich in die Nutzerperspektive und bieten Sie ihren Kunden und Interessenten qualitätsstarke Inhalte, die das geschäftliche Anliegen Ihres Unternehmens und die zugehörigen Einzelthemen möglichst vollständig abdecken. Ein wichtiger Gradmesser, nach dem Google beurteilt, ob das stattfindet, ist der Umfang Ihrer Webseite: Wie viele Menüpunkte gibt es? Wie lang sind die Inhalte der einzelnen Seiten?

Dabei geht es aber natürlich nicht darum „auf Teufel komm raus“ Content zu präsentieren. Vielmehr hängt der notwendige Umfang Ihrer Webseite stark von den Suchanfragen und der Suchintention Ihrer potenziellen Kunden ab. Stellt ein Nutzer etwa die Suchanfrage „Wie hoch ist der Kölner Dom“, ist klar, dass der Nutzer die Höhe des Doms herausfinden möchte. In diesem Fall wäre der inhaltliche Umfang eher gering, um die Suchanfrage zu beantworten. Stellt ein Nutzer aber die Suchanfrage „Baugeschichte Kölner Dom“, muss der zugehörige Inhalt natürlich deutlich detaillierter und umfangreicher sein, um die Suchanfrage des Nutzers zu beantworten. Achten Sie zudem darauf, pro Einzelseite ein Minimum von rund 500 Zeichen als Textinformation zu bieten.

 

#3: Passende Keywords und Meta Descriptions

Keywords sind sicher das meist diskutierte Thema in der Suchmaschinenoptimierung und somit ein definitiver Grundlagen-Tipp im Rahmen unseres Blog-Artikels. Gemeint sind damit die Begriffe, die Nutzer in Suchmaschinen eingeben, um bestimmte Inhalte zu finden. Diese Keywords zieht der Google-Algorithmus heran, um zu beurteilen, ob die jeweilige Webseite für das Suchanliegen relevant ist. Entsprechend müssen sie dann auch im Content dieser Webseite an möglichst prominenter Stelle zu finden sein.

Natürlich muss man sich dabei auf eine handhabbare Menge von Keywords beschränken. Welche Keywords für Ihre Webseite empfehlenswert sind, sollte idealerweise bereits im Vorfeld der Content-Erstellung festgelegt werden. Die Auswahl richtet sich selbstverständlich nach dem Thema Ihrer Webseite. Versetzen Sie sich auch hier in die Perspektive Ihrer Kunden und die damit verbundene Suchintention: Welche Begriffe sind unter diesen Gesichtspunkten am besten geeignet, um das Thema abzudecken?

Achten Sie aber auch darauf, welche Keywords ihre Wettbewerber einsetzen. Eventuell kann es sinnvoller sein, abweichende aber ähnlich treffende Begriffe einzusetzen, um auch in einem Wettbewerber-Umfeld mit besonders starker Suchmaschinen-Performance angemessen zum Zuge zu kommen.

Eine kostenlose Möglichkeit, um geeignete Keyword-Kandidaten zu einem Thema zu ermitteln, bietet der Google Keyword Planner. Hiermit lassen sich unter anderem Daten zum Suchvolumen und Wettbewerb ermitteln – zwei wichtige Kennzahlen für die Keyword-Auswahl.

Die definierten Keywords sollten dann neben dem Fließtext auch in verschiedenen Platzierungsebenen untergebracht werden, die Google als besonders wichtig bewertet. Dazu zählen unter anderem der Title-Tag, h1/h2/h3-Überschriften, die Meta-Description und die Bezeichnungen der Menüpunkte.

Als besonders wichtige Platzierungsebenen zählen der Title-Tag und die Meta-Description. Diese werden in den Suchergebnissen als Vorschau der Webseite angezeigt und sollten daher besonders aktivierend und klickfördernd verfasst werden.

#4: Nutzerfreundlichkeit / User-Experience

Eine nutzerfreundliche Webseite gehört ebenfalls zweifelsohne zu den SEO-Grundlagen. Wer kennt es nicht: Man surft auf einer Webseite mit unübersichtlicher Menüführung, findet nicht die Informationen, die man sucht und verlässt die Seite genervt schon nach wenigen Augenblicken wieder. Das ist natürlich der Worst-Case für einen Webseiten-Anbieter und verschenkt wichtiges Potenzial. Denn Google erkennt solche Nutzersignale (z. B. in Form der „Absprungrate“) und wertet dementsprechend die Qualität und somit das Suchmaschinenranking der Webseite ab.

Das oberste Ziel:
den Nutzer zufriedenstellen.

Bei der Optimierung der Nutzerfreundlichkeit geht es darum, dem Nutzer einen möglichst einfachen Umgang mit der Webseite zu ermöglichen. Das heißt das Menü sollte möglichst übersichtlich und verständlich gegliedert und die Navigation intuitiv sein. Das oberste Ziel lautet stets, den Nutzer angemessen zufriedenzustellen. Neben der guten Handhabbarkeit und Funktionalität der Seite gehört dazu – im Rahmen eines erfolgreichen Marketings – natürlich auch eine ansprechende Gestaltung. Im Idealfall verbindet sich beides zu einer rundum überzeugenden User-Experience.

Zur Nutzerfreundlichkeit, wie auch zur gelungenen User-Experience, gehört selbstverständlich auch eine schnelle Ladegeschwindigkeit. Laut einer Studie von Google erhöht sich die Absprungrate, also dem prozentualen Anteil von Nutzern, die sich nur eine Seite der Webseite anschauen, bei einer Ladezeit von 1-3 Sekunden bereits um 32%. Diese Studie verdeutlicht, wie wichtig eine schnelle Webseite ist.

Die Ladegeschwindigkeit führt uns auch zu einem weiteren wichtigen Aspekt der Nutzerfreundlichkeit: Webseiten müssen für mobile Endgeräte optimiert sein. Schon heute nutzen rund 74% aller Internetnutzer ein mobiles Endgerät. Aus diesem Grund hat Google vor einigen Jahren den sogenannten „Mobile First Index“ ins Leben gerufen. Das heißt, dass Google Webseiten vorrangig anhand der mobilen Version bewertet und dementsprechend das Suchmaschinen-Ranking ermittelt. Daher gilt der Leitspruch: Mobile First!

 

#5: Backlinks

Backlinks sind vereinfacht ausgedrückt Verlinkungen oder Rückverweise von einer Webseite auf eine andere. Google und andere Suchmaschinen werten diese Backlinks als eine Art Empfehlung für eine Webseite. Es handelt sich dabei um ein ausgesprochen wichtiges Kriterium. Wie wichtig, zeigt sich bereits an der Geschichte von Google. Denn die Bewertung von Webseiten anhand der auf sie verweisenden Backlinks gehörte um die Jahrtausendwende zu den wichtigen Erfolgsfaktoren von Google im Wettbewerb mit anderen Suchmaschinen. Sie war ein Schlüssel dazu, schnell qualitätsstarke und relevante Suchergebnisse zu finden.

Es sollte viel mehr Wert auf die Qualität der Inhalte gelegt werden.

Heißt das also, je mehr Backlinks eine Webseite hat desto besser? Jein. Ganz entscheidend beim Aufbau von Backlinks ist die Qualität und thematische Relevanz der empfehlenden Webseiten. Es bringt dem Suchmaschinenranking ihrer Webseite also wenig, inflationär Backlinks zu generieren in dem man sich wahllos in unzählige Foren und Branchenverzeichnisse einträgt. Ganz im Gegenteil: Es kann sich gar negativ auf das Ranking der Webseite auswirken. Solche Maßnahmen werden von Google nämlich erkannt und abgestraft. Es handelt sich hierbei um eine sogenannte Black-Hat-SEO-Maßnahme.

Anstatt also unzählige Links in Foren zu setzen sollte viel mehr Wert auf die Qualität der Inhalte gelegt werden. Denn gute und relevante Inhalte werden häufiger von anderen Webseiten verlinkt. Und genau das ist es was Google will: gute und relevante Inhalte.

 

Persönliches Fazit:

Was würden wir also als die wichtigste SEO-Grundlage bezeichnen?
Ganz klar sollte der Nutzer mit seinen Bedürfnissen im Vordergrund stehen. Denn genau das ist es was Suchmaschinen mit ihren aufwendigen Algorithmen gewährleisten und abbilden wollen: Qualitätsstarke Webseiten durch gute Suchmaschinenrankings zu belohnen, damit die Suchmaschinen-Nutzer möglichst zielführende Sucherergebnisse erhalten.

Wenn Sie sich dabei neben den Grundregeln auch vom gesunden Menschenverstand leiten lassen, liegen Sie schon sehr richtig. Denn auch überzogene Optimierungsmaßnahmen wie der übertriebene Einsatz von Keywords („Keyword-Stuffing“) werden von Google bemerkt und ggf. abgestraft.

Neben den inhaltlichen Optimierungsmaßnahmen gibt es, wie eingangs erläutert, auch einige technische Maßnahmen, wie die XML-Sitemap, die robots.txt oder eine gute Ladegeschwindigkeit, die in jedem Fall berücksichtigt werden sollten. Im Zentrum aller Bemühungen sollte aber letztlich stets ihr angestrebtes Publikum bleiben. Genau so lautet im Übrigen der erste von zehn Grundsätzen von Google: „Der Nutzer steht an erster Stelle, alles Weitere folgt von selbst.“

Simon
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Simon Walzik
Online-Marketing

Simon kümmert sich im Bereich Online-Marketing darum, Produkte und Marken erfolgreich in den digitalen Medien mit verschiedensten Maßnahmen zu vermarkten. Von Social Media, über SEO
bis hin zu Content-Marketing.

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